Regeneration & Verjüngung
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Lass uns in Würde beginnen
wir haben Euch eine Session zum Vagusnerv und seiner Bedeutung für die Regeneration und Verjüngung gesendet. Viele von Euch haben uns zurückgemeldet, dass sie dazu gerne mehr hören würden – so viele, dass wir beschlossen haben, eine eigene Newsletter-Serie daraus zu machen.
In den kommenden Ausgaben gehen wir Schritt für Schritt hinein in das, was Verjüngung wirklich ausmacht – im Körper, im Energiesystem und im Bewusstsein.
Falls Dich diese Serie nicht interessiert, kannst Du Dich hier von ihr abmelden:
{Kein Interesse an der Regeneration und Verjungung Serie}
– Du bekommst dann weiterhin unsere übrigen Mails, nur diese Serie nicht.
Bevor wir aber mit der Verjüngung beginnen, braucht es eine Vorbedingung, die so essenziell ist, dass sie nicht nur diesem Thema zugrunde liegt, sondern allem Guten in Deinem Leben: Würdigkeit.
Denn Unwürdigkeit steht all dem im Weg, was kommen will – der Verjüngung genauso wie dem Glück, der Liebe, der Gesundheit, der Erfüllung. Wer sich nicht für würdig hält, verschließt sich buchstäblich dem Guten.
Dann laufen alle Übungen, alle Techniken, alles Wissen ins Leere, weil tief in uns ein Urteil sitzt, das sagt: Das ist nicht für mich vorgesehen. Und solange dieses Urteil in Kraft ist, hilft es auch nicht, an einzelnen Bereichen zu arbeiten – es stockt überall an derselben Stelle.
Deshalb findest Du unten einen längeren Artikel: warum Würdigkeit so grundlegend ist, woher die Konditionierung der Unwürdigkeit kommt und woran Du erkennst, ob sie auch in Dir wirkt. Dazu die Loslass-Sätze – eine kurze Übung von fünf Minuten, mit der Du direkt spüren kannst, ob und wo Dich das Thema berührt und auch eine Einladung.
Aber lass uns erstmal hier das Thema Würdigkeit tiefer betrachten.
Nimm Dir für diesen Text ein paar ruhige Minuten. Er ist die Grundlage für alles, was in dieser Serie noch kommt.
Von Herzen,
Dein Zurück zum Ursprung Team
Würdigkeit
Der Satz, den wir uns unzählige Male selbst gesagt haben
„Herr, ich bin nicht würdig, dass Du eingehst unter mein Dach."
Dieser Satz wird in jeder heiligen Messe gesprochen, unmittelbar vor dem Kommunionempfang – Woche für Woche, in vielen Kirchen Tag für Tag, seit rund zweitausend Jahren, über Generationen und Kontinente hinweg. Das sind unzählige Wiederholungen. Kaum ein anderer Satz wurde von der Menschheit so oft über sich selbst gesprochen. Und ein Satz, der so oft wiederholt wird, bleibt kein Gebet – er wird zu einer Tatsache im Bewusstsein, im eigenen und im kollektiven Selbstverständnis, in dem, wie die Beziehung zum Göttlichen gesehen wird. Er bettet sich ein, er wird vererbt, lange bevor ein Kind ihn versteht.
Zwar verspricht die zweite Satzhälfte Heilung – „aber sprich nur ein Wort, und meine Seele wird heil" –, doch die Struktur dahinter erzählt etwas anderes. Denn schon die nächste Messe beginnt wieder von vorn: mit dem Schuldbekenntnis, „ich habe gesündigt in Gedanken, Worten und Werken – durch meine Schuld, durch meine Schuld, durch meine große Schuld", dem alten „mea culpa, mea maxima culpa". Dann wieder: „Herr, ich bin nicht würdig." Ein Kreislauf, der sich endlos wiederholt.
Der Grundzustand, zu dem der Mensch immer wieder zurückkehrt, ist der Sünder; die Würdigkeit wird ihm nur momenthaft geliehen, von außen, auf Widerruf, und sie geht nie in seinen Besitz über. Aus eigener Kraft, so die Botschaft, erreicht er sie nie. Zugleich hat der Mensch versucht, sie zu verdienen: durch Leistung, durch Bravsein, durch eine Demut, die in Wahrheit Selbstverkleinerung ist, durch Askese und ja, auch durch Geißelung. So wird der Mensch zum ewigen Schuldner, der sich das Empfangen immer erst rechtfertigen muss.
Über zwei Jahrtausende haben wir so gelernt, uns unsere Würdigkeit selbst abzusprechen – niemand muss sie uns mehr nehmen, wir tun es täglich selbst, meist ohne es zu bemerken: im Nicht-bitten-Können, im Kleinhalten der eigenen Wünsche, im konditionierten Sich-Verschließen, im Abwehren des Guten, das kommen will.
Und genau hier liegt unser Kernschmerz: getrennt zu sein von Gott, ausgeschlossen aus dem Paradies – und selbst schuld daran. Als Unwürdige vor der Tür zu stehen, in dem Glauben, dass uns das Gute, die Gnade, die Kindschaft nicht zustehen. Der verlorene Sohn lebt in jedem von uns. Ob wir bitten können, ob wir empfangen können, ob wir uns überhaupt als Kind Gottes begreifen – all das hängt an dieser einen, tief eingebetteten Frage: Bin ich würdig?
Der Teufelskreis
Rettung gibt es nur durch die Gnade Gottes. Aber Du hast von Gott auch einen freien Willen geschenkt bekommen. Dir wird nichts aufgezwungen. Wie soll die Gnade Dich erreichen, wenn Du Dich verschließt? Weil Du Dich als unwürdig siehst.
Es ist sprichwörtlich ein Teufelskreis.
Es ist nicht die Frage, ob Gott Dir Gnade schenkt. Sie war nie weg.
Die Frage jetzt ist, ob Du – in Deinem freien Willen – ausdrückst, dass Du würdig bist, sie zuzulassen.
Wie Unwürdigkeit in uns wirkt
Würdigkeit ist die Türsteherin des Empfangens. Solange sie fehlt, bleibt die Tür beim Ankommen zu – ganz gleich, wie sehr wir uns bemühen.
Das kann alles betreffen.
Glücklich sein.
Dauerhaft glücklich sein.
Erfüllt sein.
Liebe.
Liebe – nicht die, die kommt und geht, sondern die, die bleibt.
Erfolg.
Erfolg, der Bestand hat.
Geld.
Unverschämt viel Geld.
Gesundheit.
Strahlende Gesundheit.
Dass es Dir einfach gut geht.
Dass Du das größte Stück vom Kuchen bekommst, ohne Dich dafür zu erklären.
Falls es bei einer oder mehr dieser Zeilen kurz gezuckt hat, dann hast Du gerade live gesehen, wovon dieser Text handelt.
Jemand kann jahrelang an der Beziehung arbeiten, dann am Geld, dann an der Gesundheit – und stellt irgendwann fest, dass es überall an derselben Stelle stockt. Es ist immer der Moment, in dem es zu gut wird.
Und deshalb hilft es auch nicht, einen dieser Bereiche einzeln zu bearbeiten. Wer sich nicht für würdig hält, kann die Beziehung reparieren und wird kurz darauf krank. Er kann das Geld verdienen und es nicht behalten.
Denn das ist keine Einstellung, die man hätte. Es ist ein Urteil, das man gefällt hat.
Die Würde des Menschen ist unantastbar. Artikel 1 des Grundgesetzes. Nicht verdienbar, nicht verwirkbar, von keiner Instanz zu verleihen oder zu entziehen.
Die Lehre aus der dunkelsten Zeit der Geschichte.
Wie oft haben wir uns das jedoch selbst angetan? Wir haben uns angesehen, ein Urteil gefällt und uns unsere Würdigkeit abgesprochen. Die Instanz, die es nicht geben dürfte, sind wir selbst geworden.
Das ist der Unterschied, auf den es ankommt. Eine Einstellung ändert sich, wenn man es lange genug versucht. Ein Urteil bleibt in Kraft, bis es jemand aufhebt.
Ob Du Dich anstrengst, entscheidet, was Du erreichst.
Ob Du Dich für würdig hältst, entscheidet, was überhaupt sein kann.
Woran Du das Urteil erkennst
Unwürdigkeit ist übrigens nicht dasselbe wie ein schwaches Selbstwertgefühl. Das wird oft verwechselt. Wer wenig Selbstwert hat, denkt: Ich kann das nicht gut genug. Wer sich für nicht würdig hält, denkt etwas anderes: Das ist nicht für mich vorgesehen.
Eine Frau kann in ihrem Beruf hervorragend sein, von allen geschätzt – und trotzdem außerstande, ein Kompliment anzunehmen. Sie kann geben, organisieren, tragen, und zusammenzucken, wenn ihr jemand etwas schenkt. Unwürdigkeit betrifft nicht das Können. Sie betrifft das Empfangen, genauer gesagt auch, dass es einem überhaupt als Möglichkeit zusteht. Und weil sie das Empfangen betrifft, merkt man sie so schwer: Was nicht hereinkommt, fehlt ja nicht sichtbar. Es ist einfach nicht da.
Am Sabotieren, kurz bevor es gut wird. Es läuft acht Wochen, und dann kippt es. Nicht am Anfang, wo das Scheitern normal wäre – kurz vor dem Ziel. Die Erkältung genau in der Urlaubswoche. Der Streit in dem Moment, in dem es nah wird.
Wenn es in allen Bereichen gut wäre, wärst Du angekommen. Im Paradies. Und das widerspricht dem Urteil.
Dazu kommt die tiefsitzende Angst, die viele kennen: Wenn es mir zu gut geht, muss gleich etwas Schlimmes passieren – als wäre Wohlergehen ein Kredit, der zurückgezahlt werden muss, oder als würde man durch Glück die Aufmerksamkeit einer strafenden Instanz auf sich ziehen. Man darf es sich gut gehen lassen, aber bitte nicht zu gut. Das ist letztlich Unwürdigkeit in ihrer präventiven Form: Man verschließt sich dem Guten schon vorher, um der erwarteten Strafe zuvorzukommen.
Am Neid. Neid fühlt sich an, als ginge es um die anderen. Er geht um Dich. Wer neidisch ist, hat gerade zwei Urteile gefällt: Ihnen steht das zu. Mir nicht.
Am Kleinbleiben. Man bewirbt sich nicht. Man fragt nicht. Man nimmt das kleinere Stück und meint es sogar ehrlich. Wer klein bleibt, stößt sich nirgends – und berührt den Schmerz nicht, der darunter liegt.
Die Vorstellung, es sich verdienen zu müssen. Ich ruhe mich aus, wenn ich fertig bin. Ich gönne mir das, wenn ich es geschafft habe. Nur: Dieser Punkt kommt nie. Er ist nicht vorgesehen. Wer sich Würdigkeit verdienen will, findet immer das Haar in der Suppe, weil das Urteil sich sonst nicht halten könnte.
Warum „Ich bin würdig" nicht genügt
Es gibt Bücher, die genau diesen Satz in allen Lebenslagen wiederholen lassen. Nur:
Ein Urteil lässt sich nicht dadurch außer Kraft setzen, dass man das Gegenteil behauptet. Es muss aufgehoben werden. Und zwar von der Instanz, die es gefällt hat.
Also von Dir.
Lass uns das gleich anwenden.
Die Loslass-Sätze
Nimm Dir fünf Minuten, in denen Dich niemand braucht. Sprich die Sätze laut, langsam, einen nach dem anderen. Meine sie auch so. Nach jedem Satz kurz warten, bis er angekommen ist.
Ich lasse los all mein Urteil über meine Unwürdigkeit. In allen Zeiten, Räumen, Orten und Dimensionen.
Ich lasse los all die übernommenen Urteile anderer über mich, über das Menschsein, über Sünde und Würdigkeit.
Ich lasse los alles, was ich an Unwürdigkeit übernommen habe von meinen Eltern, meinen Vorfahren und meiner Kultur.
Ich lasse los alle Konzepte, dass ich mir Würdigkeit verdienen muss.
Ich lasse los alle Konzepte, dass mir nur zusteht, was ich bezahlt habe.
Ich lasse los alle Konzepte, dass ich nützlich sein muss, um dazuzugehören.
Ich lasse los alle eigenen und übernommenen Konzepte, dass ich – egal was ich tue – nie wirklich würdig sein werde.
Ich lasse los alles in mir, das sich klein macht, um nicht berührt zu werden.
Ich lasse los alles in mir, das zerstört, was zu gut wird.
Ich lasse los alles in mir, das sich dem Guten verschließt, das kommen will.
Ich lasse los alle Verleugnung des Kerns meines Wesens. Eigene und übernommene.
Ich lasse los alle Urteile, die ich über mich gefällt habe, und hebe sie auf. In allen Zeiten, Räumen, Orten und Dimensionen.
Ich bin in Würdigkeit.
Füge gerne eigene Sätze ein, die Dir in den Sinn kommen. Wenn Du magst, bleib danach noch einen Moment sitzen, ohne etwas zu tun. Das ist der Teil, den die meisten überspringen – und der eigentlich die Arbeit macht.
Wenn diese Loslass-Sätze mit Dir etwas gemacht haben, dann laden wir Dich ein, tiefer zu gehen.
Würdigkeit – eine Segnen- und Hoʻoponopono-Session
Live beim Starseed Activation Kongress am 23.9.2026 um 19 Uhr
Beim Starseed Activation Kongress hält Mircea Ighisan dazu eine Live-Session: gemeinsames Segnen und Hoʻoponopono zum Thema Würdigkeit. Ein Prozess, der wirklich in der Tiefe das Thema Würdigkeit – Unwürdigkeit löst.
Damit wir zurückkommen zum Kern unseres Wesens.
Morgen, Mittwoch, 23. September 2026, 19 Uhr (deutsche Zeit)
Die Teilnahme ist kostenlos.
Du brauchst nichts vorzubereiten und nichts zu wissen. Du musst auch nicht katholisch sein oder es einmal gewesen sein – die Sätze, um die es geht, haben sich längst von der Kirche gelöst und finden sich bei Menschen ohne jeden Glaubenshintergrund genauso.
👉 Hier anmelden
Wir freuen uns auf Dich.
Sei willkommen.
Dein Zurück zum Ursprung Team
Wie würde die Liebe auf Deinen Körper schauen?
nach unserem Artikel zur Würdigkeit kamen viele Zuschriften. Und in vielen stand ein Satz, der uns sehr berührt hat: Jetzt habe ich es endlich verstanden.
Genau darum geht es uns. Wissen hat man schnell, und es ändert meistens wenig. Einsicht ist etwas anderes. Wenn es einmal Klick gemacht hat, stellt sich im Inneren eine Weiche um.
Manchmal trifft Einsicht Dich wie ein Blitz. Manchmal ist sie ein Samen, der leise in Dir gepflanzt wird und in seinem eigenen Tempo wächst, bis irgendwann eine neue Wirklichkeit daraus geworden ist. Beides ist gut. Und in beiden Fällen gibt es nur eines zu tun: ihr nicht im Weg stehen.
Verweigere Dich nicht dem, was Du längst weißt.
Deshalb machen wir weiter, in diesem Tempo und in dieser Tiefe.
Warum wir mit der Würdigkeit angefangen haben
Viele von Euch haben uns nach Verjüngung gefragt, nach Regeneration, nach dem, was man für seinen Körper tun kann. Dazu kommen wir. Aber wir haben bewusst nicht dort angefangen.
Die Würdigkeit war die Brille. Wer tief in sich trägt, dass ihm das Gute nicht zusteht, schaut auch auf seinen Körper durch diese Brille – und sieht dann vor allem, was nicht stimmt, was fehlt, was nicht genügt. Mit so einem Blick kann man die beste Ernährung und den besten Schlaf der Welt haben. Es fängt trotzdem schief an.
Jetzt, mit geputzter Brille, schauen wir frisch hin.
Wie siehst Du Deinen Körper?
Bevor wir über Ernährung, Schlaf oder irgendeine Übung sprechen, kommt diese eine Frage. Denn wie Du etwas siehst, bestimmt, wie Du mit ihm umgehst.
Und wenn wir ehrlich sind, sehen viele von uns ihren Körper nicht besonders freundlich. Als Sorgenkind, um das man sich kümmern muss. Als etwas Empfindliches, das dies nicht verträgt und jenes nicht kann. Als Liste von Schwachstellen, die mit den Jahren länger wird. Wir reden über ihn, wie man über ein altes Auto redet: Hier klappert es, dort ist was kaputt, bald muss er wieder in die Werkstatt.
Und weil wir ihn für schwach halten, schonen wir ihn. Nur ist ein Körper kein Auto. Ein Auto hält länger, wenn man es wenig fährt. Ein Körper baut ab, was er nicht braucht. Was man schont, wird schwächer. Was man nutzt und ihm zutraut, wird stärker. So ist das mit allem, was lebt.
Wie Du mit Deinem Kind umgehst, mit Deinem Tier
Viele von Euch haben Kinder, eine Katze, einen Hund. Dann weißt Du, wie Du mit ihnen umgehst.
Wenn Dein Kind müde ist, lässt Du es schlafen. Wenn es etwas nicht verträgt, gibst Du es ihm nicht mehr. Wenn es sich zurückzieht, schaust Du nach, was los ist. Mit Deinem Tier ist es genauso. Du würdest nie über sie sagen, sie seien lästig, kaputt oder eine Enttäuschung. Du spürst Liebe, wenn Du sie anschaust, und freust Dich, dass sie da sind.
Und jetzt stell daneben, wie Du mit Deinem Körper umgehst.
Wir treiben ihn durch Tage, an denen er längst Pause bräuchte. Wir essen, was ihm nicht bekommt, und ärgern uns dann über ihn. Wir überhören seine Signale, bis er laut werden muss. Mit unserem Kind oder unserem Tier würden wir so nie umgehen.
Vielleicht verstehst Du die Würdigkeit an dieser Stelle noch einmal tiefer. Denn woher kommt dieser Unterschied? Deinem Kind, Deinem Tier gestehst Du eine gute Behandlung ganz selbstverständlich zu. Und Dir? Steht Dir keine gute Behandlung zu? Steht Deinem Körper keine zu?
Und dann dreh es einmal um. Überleg, wie viel Liebe und wie viel Vertrauen Dein Körper Dir entgegenbringt. Es gibt vermutlich wenig in unserem Leben, mit dem wir schlechter umgegangen sind und über das wir härter geurteilt haben als über unseren Körper. Und trotzdem ist er da. Tag für Tag, Nacht für Nacht, ohne einen einzigen Tag Pause. Er hat nie aufgehört, für Dich zu arbeiten. Und vor allem hat er nie aufgehört, für Dich da zu sein.
Das Wunder, in dem Du lebst
Nimm Dir einen Moment und schau hin, was da eigentlich ist.
Dein Körper besteht aus rund dreißig Billionen Zellen, und in jeder davon laufen in diesem Augenblick unzählige Vorgänge ab, ohne dass Du einen einzigen davon steuern müsstest. Deine Darmschleimhaut ist wenige Tage alt. Deine Haut ein paar Wochen. Deine roten Blutkörperchen etwa vier Monate. Dein Skelett erneuert sich ungefähr alle zehn Jahre vollständig. Ein großer Teil von Dir ist jünger, als Du denkst, und nichts davon hast Du je veranlasst.
Und wenn Du Dich verletzt, heilt es. Wir glauben oft, dass der Arzt uns heilt, so wie der Mechaniker das Auto repariert. Aber kein Arzt hat je einen Menschen geheilt. Er schafft die Bedingungen, damit der Körper sich selbst heilen kann. Der Chirurg näht die Wunde, zusammenwachsen muss sie von selbst.
Selbst bei einer Herztransplantation, dem größten Eingriff, den die Medizin kennt: Die Ärzte setzen das neue Herz ein und helfen dem Körper mit allem, was sie haben. Aber ob er es annimmt und es in sich einwachsen lässt, das entscheidet der Körper.
Manchmal braucht es diese Hilfe von außen, nach einem Unfall, wenn etwas stark aus dem Gleichgewicht geraten ist. Das ist gut und richtig. Aber auch dann ist es der Körper, der die eigentliche Arbeit tut.
Jede Heilung ist Selbstheilung.
Wir sagen das nicht, um die Arbeit von Ärztinnen und Ärzten kleinzumachen. Was sie leisten, oft lebensrettend, oft aufopfernd und selbstlos, verdient jeden Respekt. Wir sagen es, damit Du siehst, in was für einem Wunder Du lebst.
Eine Beziehung geht in beide Richtungen
Wenn Du anfängst, Deinen Körper so zu sehen, verändert sich etwas: Aus einem Ding, das Du benutzt, wird ein lebendiges Zuhause, das Du liebst. Eine Beziehung, in der Du lebst.
Und wie in jeder guten Beziehung kommt etwas zurück. Behandelst Du ihn gut, beschenkt er Dich. Mit Kraft, mit Leichtigkeit, mit Glücksgefühlen, die er Dir ganz von selbst schenkt, wenn Du Dich bewegst, genug schläfst, gut isst, in der Sonne bist. Das sind keine Belohnungen, die man sich verdienen muss. Es ist schlicht seine Art, mit Dir zu sprechen.
Behandelst Du ihn schlecht, spricht er auch. Dann eben mit Müdigkeit, mit Schmerzen, mit Beschwerden. Das ist keine Strafe, sondern ein Signal. Es ist schön, feiern zu gehen. Wenn wir dann aber einen über den Durst trinken, kostet das etwas, und die Rechnung bekommt der Körper.
Dabei geht es nicht darum, sich alles zu verbieten oder den Körper in Watte zu packen. Und auch nicht darum, sich einzureden, dass plötzlich alles möglich ist. Es geht darum, stimmig über ihn zu denken: ihn weder zu überfordern noch kleinzureden, sondern ihm zuzutrauen, was er kann. Und das ist in jedem Lebensalter mehr, als wir glauben.
Mit Deinem Körper leben
Für Dein Kind nimmst Du Dir Zeit, für Dein Tier auch. Für Deinen Partner, Deinen Garten, Deine Pflanzen, sogar für eine gute Tasse Tee. Du gießt, Du gehst spazieren, Du schaust nach, wie es ihnen geht. Für das Leben in Dir selbst nehmen sich die wenigsten diese Zeit.
Dabei ist Dein Körper der einzige Begleiter, der vom ersten bis zum letzten Tag bei Dir ist. Du wohnst nicht in ihm wie in einer Wohnung, Du lebst Dein Leben mit ihm. So wie Du mit einem Hund spazieren gehst: gemeinsam, im selben Tempo, mit einem Auge füreinander.
Und das beginnt damit, wirklich bei ihm anzukommen. Mit Deinem Bewusstsein ganz in dem zu sein, was Du bist.
Wie würde die Liebe darauf schauen?
Diese Frage ist vielleicht das Wichtigte, was Du heute mitnehmen kannst.
Stell sie Dir. Und dann beantworte sie wirklich. Wie würde die Liebe auf Deinen Körper schauen? Auf die Stelle, die wehtut? Auf das, was Du heute nicht geschafft hast? Auf Dich, auf das, was Du bist, auf diesen Moment?
Und wenn Du die Antwort hast, wenn Du sie spürst, dann nimm diesen Standpunkt ein. Schau von dort aus.
Das kannst Du. Du hast die Freiheit der Wahl, einen freien Willen, und Du kannst jederzeit eine neue Perspektive einnehmen. Niemand zwingt Dich, weiter durch die alte Brille zu schauen.
Und von dort aus kannst Du weiterfragen: Was kann ich ihm Gutes tun? Wie fühlt es sich an, innig mit ihm zu sein? Zu Hause in meinem Körper, egal wie er gerade ist?
Denn er ist Dein Zuhause. Auch ein Haus, in dem man schon viele Jahre lebt, ist ein Zuhause – oft sogar mehr als ein neues, weil so viel Leben darin steckt.
Was Du heute schon tun kannst
Nimm Dir einmal am Tag ein paar Minuten nur für Deinen Körper. Setz oder leg Dich hin und schließ die Augen.
Stell Dir zuerst die Frage: Wie würde die Liebe auf meinen Körper schauen? Und nimm diesen Blick ein, bevor Du irgendetwas anderes tust.
Dann geh mit Deiner Aufmerksamkeit hinein. Du musst dabei nichts prüfen und nichts verbessern. Es reicht, mit diesem liebevollen Blick da zu sein.
Und dann frag ihn, so wie man jemanden fragt, den man gern hat: Wie geht es Dir?
Vielleicht meldet sich eine Stelle, die müde ist. Vielleicht eine, die sich warm und gut anfühlt. Vielleicht erst einmal gar nichts. Das ist in Ordnung, wenn man lange nicht miteinander gesprochen hat.
Aufmerksamkeit ist die einfachste Form von Liebe. Du schenkst sie dem Leben, das Dich trägt – jeden Tag, ohne Pause, seit Deinem ersten Atemzug. Und wenn Du magst, leg zum Schluss eine Hand auf den Bauch und sag einmal Danke.
Wenn die Antworten nicht gleich kommen, ist das in Ordnung. Vielleicht trifft Dich der Blitz sofort. Vielleicht geht der Samen drei Tage später auf, beim Zähneputzen.
Wie wir unseren Körper sehen, hängt eng damit zusammen, wie wir aufs Älterwerden schauen. Das ist die andere Seite der Medaille, und darum geht es am Dienstag.
Für alle, die nicht warten möchten
Wir wissen, dass einige von Euch ungeduldig sind und lieber gleich tiefer einsteigen. Das ist völlig in Ordnung. Für Euch zwei konkrete Möglichkeiten.
Junggeküsst - Erwecke die Jugend deiner Seele in Dir
Ein Onlinekurs mit Andreas Goldemann
In Junggeküsst geht es um genau das, worum es in dieser Serie geht, nur tiefer und begleitet. Um die Konditionierungen, Ängste und Emotionen, die den Körper unter Dauerspannung halten. Um die Konzepte über Alter, Krankheit und Tod, die wir unbemerkt mit uns tragen. Um das, was die Forschung über Telomere, Mitochondrien und Zellteilung weiß, in verständlicher Sprache. Und um den Aufbau von Lebenskraft – Chi, Lebenslust, die eigene Wahrnehmung.
Der Kurs läuft über 30 Tage: zwölf Sessions à 90 Minuten, in vier Blöcken, mit ruhigen Tagen dazwischen, damit sich setzen kann, was sich gelöst hat.
Du musst dabei nichts tun, außer präsent im Körper und und offen für Veränderung zu sein. Der Rest passiert von alleine.
Die Sessions bleiben Dir dauerhaft, Du musst den Rhythmus nicht mitgehen.
Dazu der Basiskurs „Vertrauen und Loslassen" als Vorbereitung und 14 Tage Geld-zurück-Garantie.
Zum Angebotspreis bis Mittwoch, 30. September, 23:59 Uhr.
Die Longevity Sounds von neowake® – kostenlos
Unsere Partner von neowake® haben drei Audio-Sessions herausgebracht, die über Kopfhörer arbeiten. Über den Gehörgang läuft ein Zweig des Vagusnervs, und das Gehirn folgt Frequenzen, die man ihm gleichmäßig anbietet. Du hörst zu, mehr ist nicht zu tun.
Die drei Sessions bauen aufeinander auf: Die erste holt Dich aus dem Alarmmodus, 15 bis 20 Minuten, gut für zwischendurch oder am Abend. Die zweite geht in die tiefe Regeneration, 40 bis 45 Minuten, am besten im Liegen. Die dritte ist für den Morgen, 25 bis 30 Minuten, für einen klaren, ruhigen Start in den Tag. Regulärer Wert 57 €. Bitte hör sie nie beim Autofahren.
Zwei Dinge, bevor Du klickst: Du bekommst das Bundle über den Start einer 7-tägigen Testphase der neowake® Sound Mitgliedschaft, gibst also Zahlungsdaten an. Behalten darfst Du es dauerhaft, auch wenn Du innerhalb der sieben Tage kündigst – der Kündigungslink steht in Deiner Bestellbestätigung.
Herzliche Grüße,
Dein Zurück zum Ursprung Team
Wann hast Du beschlossen, alt zu werden?
| Hallo Newsletter-Archiv,
danke für die schönen Rückmeldungen zu unserer Mail vom Sonntag. Es berührt uns jedes Mal, wie offen Ihr schreibt. Und vorab eine Sache, die uns wichtig ist: Beim Angebot für Junggeküsst ist uns ein Fehler passiert. Der Rabattcode war versehentlich auf einen einzigen Kauf beschränkt. Nach der ersten Bestellung am Sonntag hat er nicht mehr funktioniert, und wir haben es erst gestern bemerkt. Das tut uns leid. Inzwischen funktioniert er wieder, und das Angebot gilt wie angekündigt bis morgen, Mittwoch, 23:59 Uhr. Falls Du es in den letzten Tagen versucht hast und am Preis hängen geblieben bist: Jetzt klappt es. Und jetzt zum heutigen Thema. Am Sonntag ging es um die Beziehung zu Deinem Körper. Heute geht es um das, was Du über ihn denkst – über Deinen Körper und über das Älterwerden. Oder genauer: um das, was Du darüber für feststehend hältst. Und bevor Du weiterliest, laden wir Dich zu einem kurzen Moment ein, in dem Du Dir selbst über die Schulter schaust. Zeichne die Kurve Stell Dir eine Linie vor, die Dein Leben zeigt. Wann geht sie nach oben? Wo ist der Höhepunkt? Ab wann geht es bergab? Und was kommt am Ende? Die meisten haben sofort ein Bild. Aufstieg bis Mitte zwanzig, ein Plateau bis fünfzig, danach geht es abwärts, erst langsam, dann schneller. Am Ende Gebrechlichkeit, Vergesslichkeit, Pflege. Vielleicht ist Deine Kurve etwas moderner. Der Knick kommt erst mit siebzig, man ist heute ja länger fit. Die Linie hat sich verschoben. Aber sie ist immer noch eine Linie, die irgendwann nach unten zeigt. Jetzt die eigentliche Frage: Hast Du diese Linie gerade gedacht, oder hast Du sie gewusst? Wenn es sich wie Wissen angefühlt hat, dann hast Du soeben etwas gesehen, das man normalerweise nicht sieht. Tiefer als eine Überzeugung Eine Meinung kann man ändern. Über eine Überzeugung kann man streiten. Diese Linie ist keins von beiden. Niemand glaubt, dass es irgendwann bergab geht. Man ist sich dessen gewiss, so wie man gewiss ist, dass es morgen hell wird. Und unter der Gewissheit liegt noch etwas: die Wirklichkeit. Da gibt es kein „ich weiß" mehr, es ist einfach so, wie die Welt eben ist. Das Wort sagt es selbst: Wirklichkeit ist das, was wirkt. Und was wir für wirklich halten, wirkt in uns – ob es stimmt oder nicht. So wird es irgendwann Teil von uns selbst: Ich bin jemand, der alt wird. Deshalb verteidigen wir diese Linie. Wer behauptet, man könne mit achtzig stärker werden, erntet selten Widerspruch, eher ein mildes Lächeln: Sei doch realistisch. Was wir für die Wirklichkeit halten, überprüfen wir nicht mehr. Und was zu unserer Identität geworden ist, stellen wir nicht infrage, ohne uns selbst infrage zu stellen. Glaubst Du, das ist Luft? Im Film Matrix gibt es eine der wahrsten Filmszenen, die wir kennen. Neo trainiert mit seinem Lehrer Morpheus in einem Kampfraum, einem Trainingsprogramm – einer virtuellen Welt, genau wie die Matrix selbst. Morpheus erklärt ihm zu Beginn: Hier gelten dieselben Grundregeln wie in der Matrix, auch die Schwerkraft. Aber diese Regeln sind wie die eines Computersystems. Manche lassen sich biegen. Andere lassen sich brechen. Dann beginnt der Kampf. Morpheus ist unglaublich schnell. Neo kommt nicht mit, landet immer wieder auf dem Boden und sagt schließlich, Morpheus sei einfach zu schnell für ihn. Er denkt vernünftig: Der andere hat eben die besseren Muskeln. Morpheus fragt zurück, ob er wirklich glaubt, dass es an diesem Ort auf Muskeln ankommt. Ob das Luft ist, die er da atmet. Und dann geschieht etwas. Neo schaltet um. Er steht auf – und ist plötzlich schneller. Kurz darauf soll Neo von einem Hochhausdach zum nächsten springen. Er nimmt Anlauf, springt – und stürzt ab. Nicht weil er es nicht könnte, sondern weil er noch nicht glaubt, dass es geht. Und Morpheus sagt ihm: „Befreie Deinen Geist. Ich kann Dir nur die Tür zeigen, hindurchgehen musst Du selbst." Neo hielt seine Grenze für körperlich. Sie lag aber in dem, was er für möglich hielt. Er sah das Gefängnis nicht. Er hielt es für die Wirklichkeit. Genau so ist es mit unserem Bild vom Alter. Es ist ein Korsett, das wir für wahr halten. Für gewiss. Natürlich gibt es auch für unseren Körper Regeln. Aber vielleicht lassen sich manche davon biegen, von denen wir es nie vermutet hätten. Vielleicht ist es an der Zeit, auch hier unseren Geist zu befreien. Und wenn uns jemand ein anderes Bild vorhält, kommt fast automatisch die Frage: Geht das denn wirklich? Vielleicht. Wir wissen es nicht. Aber wir freuen uns darauf, es herauszufinden. Die Grenzen zu dehnen, sie vielleicht ganz aufzuheben – und diese Jahre neu zu erleben. Wie viel Einfluss Du hast Das ist keine schöne Theorie. Man kann es messen. Die Yale-Forscherin Becca Levy hat Menschen über Jahrzehnte begleitet. Wer eine positive Einstellung zum eigenen Älterwerden hatte, lebte im Schnitt siebeneinhalb Jahre länger als jemand mit einer negativen. Das Bild im Kopf wirkte stärker als ein niedriger Blutdruck oder ein niedriger Cholesterinspiegel. Levy hat auch beschrieben, wie das geschieht. Die Bilder vom Alter nehmen wir schon als Kinder auf, aus Märchen, Witzen, Sprüchen, lange bevor sie uns betreffen. Jahrzehntelang liegen sie unbemerkt in uns. Und wenn wir selbst älter werden, richten sie sich nach innen. Der Körper beginnt, sie zu leben – in der Haltung, im Gang, in dem, was man sich noch zutraut. Aus der Transplantationsmedizin kennt man etwas Erstaunliches: Wird ein Organ in einen jüngeren Körper verpflanzt, leben seine Zellen so lange wie der Körper, in dem sie jetzt sind. Die Zelle altert also nicht nur nach ihrer eigenen Uhr. Sie altert auch nach dem Umfeld, in dem sie lebt. Und zu diesem Umfeld gehört, wie wir leben, was wir fühlen und was wir für möglich halten. Und es geht in beide Richtungen. In einer Studie trainierten Pflegeheimbewohner zwischen 86 und 96 Jahren acht Wochen lang mit Gewichten. Ihre Kraft stieg im Schnitt auf fast das Dreifache, und manche brauchten danach ihren Gehstock nicht mehr. Der Körper antwortet auf das, was man ihm zutraut. In jedem Lebensalter. Oder die Meile unter vier Minuten. Jahrzehntelang galt sie als Grenze, die viele für körperlich unüberwindbar hielten. 1954 lief Roger Bannister sie. Sechs Wochen später lief der Nächste darunter. Die Körper hatten sich in diesen sechs Wochen nicht verändert, wohl aber das, was man für möglich hielt. Selbst bei Demenz, die vielen am meisten Angst macht, ist das Bild weniger fest, als wir denken. Eine große Kommission der Fachzeitschrift Lancet kam 2024 zu dem Ergebnis, dass fast die Hälfte der Fälle mit Faktoren zusammenhängt, die sich beeinflussen lassen. Das heißt nicht, dass jemand, der erkrankt ist, etwas falsch gemacht hätte. Es heißt nur: Die Kurve ist kein Naturgesetz. Die Essener und das Ende der Kurve Der Geschichtsschreiber Flavius Josephus berichtet vor fast zweitausend Jahren über die Essener, eine Gemeinschaft, die sehr einfach, still und geordnet lebte. Viele von ihnen, schreibt er, wurden über hundert Jahre alt. Und selbst das Ende der Kurve, den Tod, halten wir für ein Naturgesetz. Die Überlieferungen erzählen von Menschen, die ihren Körper mitgenommen haben – Henoch, Elija, Jesus. In der Natur gibt es Lebewesen, bei denen sich kein Altern messen lässt, wie den kleinen Süßwasserpolypen Hydra. Man muss das eine nicht glauben und das andere nicht für übertragbar halten. Aber es zeigt, wie tief die Kurve in uns sitzt: Wir halten sogar ihr Ende für unumstößlich. Reifen statt alt werden Wenn nicht die Kurve – welches Bild dann? Vielleicht fängt es schon beim Wort an. „Alt werden" klingt nach Verschleiß, nach etwas, das weniger wird. „Reifen" klingt nach etwas, das sich vollendet. Niemand trinkt gern einen alten Wein. Einen reifen schon. In vielen indigenen Kulturen wird man mit den Jahren zur Ältesten, zum Ältesten. Zu jemandem, dessen Rat gesucht wird, der die Geschichten kennt und Entscheidungen mitträgt. Die Jahre bedeuten dort nicht Abbau, sondern den Aufbau von Weisheit und Verbindung. Und schau Dir einen alten Baum an. Er ist nicht die verbrauchte Version eines jungen. Er ist größer, tiefer verwurzelt, mächtiger, und er strahlt etwas aus, das ein junger Baum nicht haben kann. Niemand steht vor einer alten Eiche und denkt, sie habe ihre besten Jahre hinter sich. Man verneigt sich vor ihrer Größe. Und jedes Frühjahr treibt dieser Baum junge Blätter. Beides geschieht gleichzeitig. Der Stamm reift, die Blätter erneuern sich. Genau das meinen wir, wenn wir in dieser Serie von Verjüngung sprechen: kein Zurück in die Jugend, sondern Erneuerung und Reifung zugleich. Das eine geschieht jedes Frühjahr neu. Das andere wächst mit jedem Jahr – Weisheit, Weite, Verständnis. Das kann man nicht zurückdrehen, und man will es auch nicht. Wer reift eigentlich? Wirklichkeit und Identität fühlen sich an wie der Boden, auf dem wir stehen. Aber darunter gibt es noch eine Ebene. Und dorthin führt eine letzte, ganz leise Frage. Am Sonntag haben wir geschrieben, dass sich Dein Körper ständig erneuert. Die Darmschleimhaut in Tagen, das Blut in Monaten, das Skelett in etwa zehn Jahren. Stofflich bist Du nicht mehr derselbe Mensch wie vor zehn Jahren. Und trotzdem sagst Du ganz selbstverständlich: ich. Wer ist das, der geblieben ist, während sich der Stoff ausgetauscht hat? Erinnere Dich an Dich mit fünf. Das, was damals „ich bin" gesagt hat, und das, was heute diese Zeilen liest – ist das nicht dasselbe? Die Erfahrungen sind gewachsen, das Gesicht hat sich verändert. Aber dieses einfache Dasein, dieses Ich-bin, ist nicht mit der Kurve mitgegangen. Es war nie jünger und nie älter. Es ist einfach. Vielleicht ist das die tiefste Befreiung: nicht etwas anderes über das Alter zu glauben, sondern zu merken, dass Du nicht die Kurve bist. Was Du tun kannst Was man für die Wirklichkeit hält, kann man nicht wegargumentieren. Man muss es zuerst sehen. Deshalb drei kleine Dinge für die nächsten Tage. Bemerke die Sätze. „In meinem Alter." „Dafür bin ich zu alt." „So ist das eben, wenn man älter wird." Zähl einen Tag lang, wie oft sie fallen, bei Dir und um Dich herum. Du musst nichts dagegen tun. Nur hinhören. Stell die Frage vom Sonntag noch einmal, ein Stück weitergedreht: Wie würde die Liebe auf Dein Reifen schauen? Und wenn Du magst, sprich diese Sätze. Sie sind die Tür. Hindurchgehen kannst nur Du. Sprich sie langsam, einen nach dem anderen, und lass jeden ankommen:
Und dann eine Frage, die Du mit in den Tag nehmen darfst: Wäre es nicht schön, in der Reife nicht dem Tod entgegenzugehen – sondern dem Ich-bin? Morgen geht es darum, was Du ganz konkret mit Deinem Körper tun kannst. Für alle, die nicht warten möchten Junggeküsst – ein Kurs mit Andreas Goldemann Ein ganzer Teil von Junggeküsst beschäftigt sich mit genau dem, worum es heute ging: mit den Konzepten über Alter, Krankheit und Tod, die wir unbemerkt in uns tragen, und mit den Glaubenssätzen, die uns schneller altern lassen. Dazu die Arbeit an gespeicherten Emotionen und Ängsten, das Wissen über Telomere, Mitochondrien und Zellteilung und der Aufbau von Lebenskraft. 30 Tage, zwölf Sessions à 90 Minuten in vier Blöcken, mit ruhigen Tagen dazwischen. Als Video und als Audio, dauerhaft für Dich verfügbar. Dazu der Basiskurs „Vertrauen und Loslassen" und 14 Tage Geld-zurück-Garantie. Das Angebot endet morgen, Mittwoch, 30. September, um 23:59 Uhr. 👉 Junggeküsst ansehen Herzliche Grüße |
Wann hat Dein Körper zuletzt ein Kompliment bekommen? Von Dir.
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Stell Dir eine Familie mit vielen Kindern vor. Eines steht immer ein bisschen außen vor. Mit den anderen wird gespielt, auf ihre Wünsche wird eingegangen, sie werden gesehen. Dieses eine nicht. Niemand meint es böse. Es passiert einfach. Und wenn man das später bemerkt, als Erwachsener, dann entsteht fast von selbst ein Gefühl: Das möchte ich ausgleichen. Diesem Kind möchte ich jetzt die Aufmerksamkeit geben, die es damals nicht bekommen hat. Das Schöne daran: Aufmerksamkeit lässt sich nachholen. Bei einem Kind, bei einer Pflanze, bei allem, was lebt – solange man es nicht ablehnt. Und jetzt schau auf Deinen Körper, auf das Leben in Dir. Ist das nicht dieses Kind? Jahrzehntelang mitgelaufen, selten gefragt, oft übergangen. Immer da, und doch meistens außen vor. Der Beginn einer Liebesbeziehung Vielleicht habt Ihr Euch nie wirklich wahrgenommen, Du und Dein Körper. Vielleicht ist jetzt die Zeit, ein neues Kapitel aufzuschlagen. Eine Liebesbeziehung mit Deinem Körper zu beginnen. Oder, wenn Du schon eine hast, sie auf eine neue Stufe zu heben. Nicht als Challenge für einen Monat, die man ausprobiert und wieder lässt. Sondern als Anfang. Stell Dir vor, Dein Körper wäre jetzt für dreißig Tage bei Dir zu Besuch. So wie ein Enkelkind in den Sommerferien. Ihr seid zusammen, und Du hast Zeit für ihn. Vielleicht kennst Du das aus Deiner eigenen Kindheit: Sommerferien bei Oma und Opa. Vorher waren sie Menschen, die man eben kannte. Nach den Ferien waren es Deine Oma, Dein Opa. Aus dieser Zeit war eine Beziehung geworden. Genau so kann es mit Deinem Körper werden. Aus einem Körper wird Dein Körper. Schenk ihm diese Aufmerksamkeit. Dem, was in Dir so lange vernachlässigt wurde. Bezieh ihn ein. Geh auf seine Bedürfnisse ein. Mach ihm ein Kompliment, sende ihm Zuspruch. Alles, was lebt, möchte geliebt und gesehen werden. Nur eines dabei: nicht aus Mitleid. Mitleid schaut von oben herab. Frag Dich lieber wieder: Wie würde die Liebe darauf schauen? Und dann schau von dort. Nimm Dir jeden Tag Zeit. Du musst dabei nichts tun und nichts leisten. Es reicht, mit Deinem Körper zu sein. Und frag ihn, worauf er Lust hat. Er antwortet oft wie ein Kind: Eis essen. Tanzen. Schlafen. Spielen. Etwas bauen. Auf Entdeckungsreise gehen. Sich bewegen, in die Natur gehen, kuscheln, sich massieren lassen oder sich selbst massieren. Oder einfach still dasitzen und ein Stück Ewigkeit genießen. Vielleicht ist es genau etwas, wofür Du Dich angeblich zu alt fühlst. Geh dem nach. Mach es mit ihm. Morpheus hat Neo gesagt, dass sich manche Regeln biegen und andere brechen lassen. Vielleicht lässt sich auch diese Konditionierung brechen: die, nach der Dein Körper immer als Letzter drankommt. Und falls Dich jemand sucht, kennst Du vielleicht diesen Spruch: „Ich bin im Wald spazieren. Kann sein, dass ich mich verspäte." Wie wäre es für dich mit: Ich bin mit meinem Körper. Kann sein, dass es dauert. Zwei Pflanzen IKEA hat einmal in einer Schule einen Versuch dokumentiert. Zwei gleiche Pflanzen standen in Glaskästen, bekamen dasselbe Wasser und dasselbe Licht. Dreißig Tage lang sprachen die Schüler zu ihnen. Die eine bekam Komplimente und Zuspruch. Die andere wurde beschimpft. Schau Dir das Video an, es dauert nur drei Minuten. Es ist nur auf Englisch online, aber die Pflanzen sprechen aber eine universelle Sprache: 👉 Zum Video Und dann stell Dir eine Frage: Wie wäre es, wenn die Pflanze, die Zuspruch bekommt, Dein Körper ist? Was würde mit ihm geschehen? Dreißig Tage Du kennst diese Filme. Da lebt jemand allein, ein bisschen knorrig, hat sein Leben eingerichtet und will vor allem seine Ruhe. Und dann steht eines Tages ein Kind vor der Tür, das niemand gefragt hat. Erst wird gebrummt. Dann steht ein Teller mehr auf dem Tisch. Dann gibt es das erste Lachen, das man sich selbst nicht erklären kann. Und am Ende sitzen die beiden zusammen auf der Bank vor dem Haus, und keiner kann sich mehr vorstellen, wie es vorher war. Beim Alm-Öhi und der Heidi war es genauso. Mach Deinen eigenen Film daraus. Die Hauptrolle spielst Du – vielleicht ein bisschen verschlossen, jemand, der sich nicht so leicht erweichen lässt. Oder einfach zu beschaftigt. Und das Kind vor der Tür ist Dein Körper. Ein bisschen zerzaust vielleicht, ein bisschen schüchtern, weil er lange nicht willkommen war. Er schaut Dich an und wartet darauf, dass Du aufmachst. Der Film dauert dreißig Tage. Mach ihn hollywoodreif. Mit Happy End. Du weißt schon, die Filme wo einem am Schluss die Tränen kommen. Diesmal ist es nur dein Film. Alles Liebe, Dein Zurück zum Ursprung Team P.S. Wenn Du magst, dreh heute die erste Szene: ein Foto von Dir, nur für Dich. Auch wenn Du Dich gerade nicht fotogen findest. Gerade dann. Und am 30. Oktober drehst Du die Schlussszene. Dann siehst Du, wie Dein Film ausgeht. |
Text folgt.
Text folgt.
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